Samstag, 15. August 2015

Tutorial: Gestaltung einer Gebirgslandschaft an Hand des Grand Canyons



 Liebe Copic-Freunde,
 heute darf ich, Erdbeerfröschchen, euch ein kleines Tutorial präsentieren.

Ich möchte euch zeigen, wie ihr eine Berglandschaft kolorieren könnt.
Zunächst ist hilfreich, wenn ihr euch eine Referenz sucht. Berglandschaften sind in ihrer Gestalt und Beschaffenheit sehr vielfältig,  das wiederum beeinflusst auch die Farbwahl. Von Nutzen ist es daher, wenn ihr auch etwas über die Entstehung der verschiedenen Gebirge lest,
Ich habe mir hier den berühmten Grand Canyon ausgewählt, ich verbinde mit ihm viele wunderschöne Urlaubserinnerungen. Eine Postkarte diente für mein Bild als Vorlage. Außerdem bietet der Grand Canyon einfach ein ganz spannendes Farbspiel von Orange, Rot bis hin zu Blau und Violett. Diese Farben werden mein Tutorial dominieren.
 Bevor es nun losgeht, zeige ich euch vorher noch zwei kleine Skizzen, wie ein Gebirge geformt werden kann.



Viele Gebirge sind durch das Zusammentreffen zweier Erdplatten entstanden, die Gesteinsmassen haben sich unter hohen Druck über viele Millionen Jahre zu mächtigen Gipfeln zusammengeschoben. Man nennt sie auch Faltengebirge. 
  
 

 An der Oberfläche wirken außerdem noch die Kräfte der Natur. In meinem Beispiel hat ein Fluß sich durch die Erdmassen gegraben und hinterließ tiefe Täler, abgetragenes Material wurde woanders wieder angeschwemmt. Das Wasser hat die vielen tollen Farbschichten des Gesteins freigelegt. Außerdem wirken an der Oberfläche Niederschläge, wie Regen, Schnee, Frost und Wind. Manchmal entstehen dadurch interessante Formen, wie Felsnadeln, Bögen und skulpturartige Gebilde.

Nun geht es aber los: 


 Beginnen solltet ihr mit einer Skizze eurer Gebirgslandschaft. Ich zeichne verschiedenförmige Gipfel und Plateaus, auch große Risse im Fels. Ich erzähle gerne kleine Geschichten in meinen Bildern, also zeichne ich noch einige Heißluftballons ein, die über dem Canyon schweben. 


Nach der Reinzeichnung mit einem grauen Multiliner für die Berge im Hintergrund und schwarz für die Felsformation im Vordergrund kann es nun losgehen mit der Coloration der Bergkette am Horizont. Ich habe tiefe Rillen, Felspalten, sowie Schatten in den Tälern mit den Linern angedeutet. Am Horizont verschmilzt die Farbe der Berge mit dem Himmel. Also entscheide ich mich für eine Grundierung in einem blassen BV000, einige hohe Gipfel und der Plateaus erhalten ein leuchtendes Orange-Gelb mit Y32 und YR02. Der Grand Canyon besteht aus vielen unterschiedlichen Gesteinen, wie Schiefer, Granit, Kalk und Sandstein. Dieses führt zu dieser einzigartig bunten Färbung.
 


Nun beginne ich mit dem Formen der Felsformation. Dazu beobachtet ihr gut, wie die einzelnen Risse und Schichten verlaufen. Der Grand Canyon ist berühmt wegen seiner vielfältigen Schichten, die der Colorado River in Millionen von Jahren freigelegt hat. Mit einem BV17 zeichne ich die tiefsten Felsspalten ein. Die Linien sind dabei unregelmäßig dick und laufen nie einfach senkrecht nach unten. Auf schattigeren Berghängen sind die Linien etwas dicker. Nun zeichne ich auch horizontal verlaufende Linien ein, alles beherzt krumm und schief ;) Diese stellen die Schichten dar.


Auf diesem vergrößertem Ausschnitt habe ich die hinterste Berkette bereits fertig koloriert. Für weiche Übergänge ist es ratsam, Töne zu wählen, die im Nummernbereich nicht so weit auseinander liegen.  Ich nehme hellere Copics der BV- Reihe: BV11, BV02 und BV000. Ich versuche, ein paar Stellen frei zu lassen, so dass etwas Gelb hindurchschimmert, ggf. gehe ich nochmals mit Y32 und einem Blender hinein um das Leuchten zu verstärken. TIPP:  Ich führe die Stifte auch gerne in kleinen kreisenden Bewegungen, damit die Farbübergänge  schön ineinander fließen.



Ich arbeite mich langsam auf oberen beiden Bilder langsam zum Vordergrund vor und beginne wieder mit der den blauvioletten Farben. Ich arbeite auch nun noch andere leuchtende Farben mit ein: BG10, V22, V15. Zum Verblenden nehme ich das fast transparente B0000. 


Die ersten Schritte wende ich auf den gesamten Canyon an. Wichtig ist jedoch, je weiter ich zum Vordergrund komme, desto mehr Orange, Gelb und Rot muss ich verwenden. Ich grundiere den mittleren Teil des Bergmassives ersteinmal mit Y32 und es folgt wieder das Einzeichnen der Felsspalten, wie oben, lasse jedoch mehr von der gelben Fläche frei, diese fülle ich mit YR15, YR12, YR35 und Y32 auf. Die anderen Gipfel habe ich auch mit etwas der YR- Reihe betupft. Für das Tal nehme ich jedoch wieder eher B0000, BG10, BG70, BG90 und V15 und das eher gräuliche BV31,  da es ja nicht von der Sonne beschienen wird.


Dieser  markante Felsen zeigt sich nun in der für diese Landschaft typischen rötlichen Färbung. Die Grundierung ist wieder wie im vorhergehenden Schritt (Y32), deute nun aber schon detaillierte Rillen und Schichten des Gesteins mit YR35, YR12 und R02 an.


Blauviolett setz ich hier im Vordergrund nur noch als Schatten ein: BV17, BV11 nur an der dunkelsten Stelle, sowie vereinzelnd BV02, BV000 für Farbspiele auf der vorderen Front. Ich verblende die hellsten Zwischenräume mit etwas BG10, BG70, BG90 und BG0000. So entstehen die einzelnen Gesteinsschichten. Ich muss eventuell noch einmal einzelne Vorgänge wiederholen. Immer mit Y32 und Blender verblenden.

 Um das Rot zu verstärken setzte ich noch etwas R24 hinein. Für den Felsen am rechten Bildrand nehme ich fast nur die orangefarbenen Töne nur noch für die tiefen Spalten etwas Lila.

Spezielle Effekte für Gesteinsstrukturen: 

Zum Schluss setzte ich nun einige Effekte mit der keilförmigen Blenderspitze und etwas Nagellackentferner ein. Damit kann ich die Strukturen der Steine toll herausheben:

Blender- Copic: 

 Um die horizontalen Gesteinsschichten anzudeuten, drücke ich die keilförmige Blenderspitze immer wieder in einer Linie nebeneinander auf die getrocknete Farbfläche. Dadurch hellt die Farbe an der Stelle etwas auf und der Stein bekommt Streifen. Natürlich solltet ihr drauf achten, dass Linie dabei schön geschwungen ist und der Form des Felsens folgt :)
Nagellackentferner:  




Für dieses Plateau habe ich Nagellackentferner und ein damit getränktes Küchenrollenpapier benutzt, das ich wie auf dem oberen Foto einrolle und auf die Fläche tupfe. Das Plateau habe ich zu vor einfach nach Gefühl mit den vorhandenen Farben coloriert, in dem ich die Farbnuancen nach und nach aneinandergetupft habe. Je trockener die Farbe ist, desto besser ist der Effekt sichtbar. Falls die Farbe noch nicht ganz trocken ist, kann man damit auch etwas harte Farbübergänge kaschieren, die Farben laufen dann etwas ineinander.

Dieses ist das fertige Bild mit den Heißluftballons. Auf diese und den Himmel gehe ich nun aber nicht genauer ein. Da sind der Phantasie keine Grenzen  gesetzt. Ganz links schlängelt sich der Colorado River.
Wichtig zu sagen ist auch, dass sich diese Techniken sicherlich auch gut mit anderen Farben umsetzen lassen, um zum Beispiel die Alpen darzustellen, die ja eher grau sind, mit weißen Gipfeln und grünen Tälern. Nehmt unbedingt Fotoreferenzen, um ein Gefühl für den Aufbau der Berge und deren Gesteinsmaterial zu bekommen. Das gibt vor, welche Grundfarbe euer Gebirge hat, wie hier die roten Felsen. Sucht euch immer mehrere ähnliche Nuancen einer Farbfamilie (mindestens vier naheliegenden Nuancen einer Farbe), desto besser lassen sich saubere Übergänge meistern.


Meine ausgeählten Farben (nur Berge):

Wichtige Farben:
BV17, BV11, BV02, BV000, V15, V22, B0000, BG10, BG70, Y32, YR35, YR15, YR12, YR02, R20, R24, Blender 0
CopicMultiliner grau und schwarz

Farben nicht zwingend notwendig sind, ich habe sie eher spontan gewählt:
RV42, BV31,  BG70, BG90
Diese Farben sind sehr pastellig und eignen sich schön für interessante  Lichtspielereien.
 Zusätzlich Nagellackentferner und ein Papier Küchenrolle


Ich hoffe, dass ihr heute etwas aus meinem Tutorial mitnehmen konntet und freue mich auf ein herzliches Wiedersehen.

Euer Erdbeerfröschchen 

https://www.facebook.com/froschileinsfarbenwelt

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