Samstag, 9. August 2014

Tutorial: Ausleuchtung




Hallo liebe Copicfreunde!
In meinem heutigen Beitrag geht es darum, wie man durch die Ausleuchtung eines Bildes die Augen des Betrachters auf das Wesentliche lenken kann. Bevor ich beginne, möchte ich darauf hinweisen, dass es sich dabei nicht um meine eigenen Erkenntnisse handelt, sondern dass ich nur zusammenfasse, was man in der entsprechenden Fachliteratur findet.

Die Zeichnung, die ich hier zu Demonstrationszwecken verwende, habe ich schon einmal vorgestellt.



Jeder von uns kennt das. Man hat eine ausgefeilte Zeichnung wie die obige und macht sich ans Kolorieren. Man sucht sich schöne Farben aus, achtet darauf, dass das Grün im Hintergrund ins bläuliche übergeht und dergleichen mehr. Dennoch ist das Ergebnis oft unbefriedigend:


Es ist zwar alles schön bunt, der Betrachter kennt sich dennoch nicht so recht aus. Woran das liegt, sieht man, wenn man das Bild in Graustufen umwandelt.


Fuchs, Wolf und Rotkäppchen verschwinden in der grauen Suppe der Umgebung, man kann die einzelnen Elemente kaum mehr voneinander unterscheiden.

Ein einfacher Weg das zu vermeiden ist, dass man das Bild in drei Bereiche einteilt: Vorder-, Mittel- und Hintergrund. Diese drei Bereiche werden dann unterschiedlich ausgeleuchtet, und zwar hell, mittel und dunkel, wobei das Auge des Betrachters immer auf den hellen Bereich gelenkt wird.

Um das zu demonstrieren, werde ich ein paar unterschiedliche Versionen zeigen:


In der ersten Version ist der Vordergrund hell ausgeleuchtet, die Helligkeit nimmt Richtung Hintergrund ab. Die Aufmerksamkeit des Betrachters wird hier auf den Fliegenpilz gelenkt.


In der zweiten Version ist der Hintergrund am hellsten ausgeleuchtet, die Aufmerksamkeit des Betrachters wird dadurch auf das Rotkäppchen gelenkt, Fuchs und Wolf sieht man kaum.


In der dritten Version ist der Mittelgrund am hellsten, was gut ist, dort spielt sich auch der Hauptteil des Geschehens ab. Der Hintergrund ist am dunkelsten, daher sieht man sieht das Rotkäppchen nicht.


Von allen möglichen Kombinationen wird zumeist die hier abgebildete verwendet: Vordergrund dunkel, Mittelgrund hell, Hintergund mittel. Der dunkle Vordergrund bildet eine Art Rahmen für das Geschehen.
Dieses platziert man in den hell ausgeleuchteten Mittelgrund. 
Der Hintergrund ist dunkler, damit sich der Mittelgrund klar von ihm abhebt.


In der finale Version habe ich den Hintergrund habe ich ein wenig aufgehellt, damit man die Bäume im Wald und vor allem auch das Rotkäppchen sieht. Wolf und Fuchs sind schön ausgeleuchtet.

Ich habe das damals wie folgt ausgeführt.






Verwendet habe ich die Grautöne C1, C3, C5, C7 und C9. 

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1 Kommentar:

  1. Das ist wirklich supertoll erklärt. Großes Dankeschön.
    Ich als NICHT Zeichenkünstler hätte diese Sichtweise nie in Betracht gezogen.
    Aber nun werde ich das mal bei meinem nächsten Projekt versuchen.

    Danke sagt BAstelfeti

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